Besser mailen Eine der beliebtesten Funktionen des Internet ist die Nutzung der Maildienste. Um Streß und Risiken zu vermeiden, empfiehlt es sich für jeden Nutzer, technische und inhaltliche Punkte zu berücksichtigen.
Das Programm der Wahl Das mit Abstand meistverbreitetste Mailprogramm auf diesem Planten ist Outlook Express der Firma Microsoft. Dies liegt weniger an der Qualität des Programms, sondern vielmehr daran, dass es standardmäßig auf den - ebenfalls dominierenden - Betriebssystemen der gleichnamigen Firma installiert ist. Allerdings ist jedem sicherheitsbewussten Menschen von der Benutzung von Outlook Express dringend abzuraten, da es - neben dem Internet Explorer und mangelnder Information des Nutzers - das Haupteinfallstor für Viren und andere Schädlinge auf dem PC darstellt. Kostenlose Alternativen gibt es genügend. Für Einsteiger steht mit PostMe [1] ein pfiffiges, deutschsprachiges Mail-Programm zur Verfügung. Für Anspruchsvolle gibt es die auch in deutschen Versionen vorhandenen Programme Pegasus-Mail [2] und Eudora [3]. Alle diese Programme können einfach aus dem Web heruntergeladen werden. Seit 2005 empfiehlt sich das kostenlose Open Source Programm Thunderbird [10]. Sag es treffender Die Schnelligkeit des Mediums eMail verführt schnell zu einer gewissen Nachlässigkeit. Man sollte allerdings beachten, dass die Einhaltung bestimmter Konventionen auch beim Mailen notwendig ist. Wie beim Standard-Brief gehört zu einer korrekten Mail ein aussagekräftiger Betreff (auch "Subject" genannt), eine Anrede (ob "Hallo" oder "Guten Tag") sowie eine Grußformel und der eigene Name zum Abschluss. Während man solches unter guten Freunden durchaus vernachlässigen kann, gilt eine Missachtung dieser Standards bei offiziellen eMails als Unhöflichkeit - man sollte sich nicht wundern, wenn keine oder eine verärgerte Antwort zurückkommt. Für offizielle eMails empfiehlt sich auch eine Signatur mit Name, Anschrift etc., die von Mailprogrammen automatisch eingefügt werden kann. Man sollte auch nicht vergessen, dass bei eMail-Kontakten die Palette der non-verbalen Kommunikation (wie Gestik, Mimik) unter den Tisch fällt. Klare und freundliche Sätze sind ebenso hilfreich wie die Eliminierung von Tipp- und Grammatikfehlern sowie - bei eMails mit privaterem Charakter - die Verwendung sogenannter Emoticons oder Smilies. Anhänge Nervtötend kann die um sich greifende Unsitte sein, anderen - vor allem Unbekannten - ungefragt Mailanhänge (oftmals Word-Dateien mit Bildchen drin oder PowerPoint-Animationen) im MegaByte-Bereich zu senden. Nur die wenigsten haben bislang einen ADSL-Zugang und müssen dann viele Minuten lang zusehen, wie sich solche Brocken durch die Leitung quälen, und den Mailverkehr lahm legen. Zudem umsonst: Aufgrund von Virengefahr sollten solche Mails von Absendern, die man nicht gut kennt, in der Regel ungelesen im Papierkorb landen - oder zumindest mit einem aktuellen Virenscanner vor dem Öffnen geprüft werden. Auch wenn man einen solchen Anhang von Freunden erhält, empfiehlt sich eine Überprüfung. Denn viele Viren nutzen das Adressbuch von Outlook aus, um sich selbst getarnt zu verschicken! Im Zweifelsfall lieber erst beim Absender rückversichern. Weiterleitungen Wer kennt es nicht: Man schaut in den Maileingang und findet scheinbar wohlmeinende Aufrufe. Da geht es um Solidarität mit einem kranken Jungen namens Brian, den Krieg im nahen Osten oder die Warnung vor neuen, bösartigen Viren. Solche Mails, die laut Absender unbedingt vervielfältigt und weitergeschickt werden sollen, kursieren zuhauf. Was viele nicht wissen: oftmals sind solche Mails Viren. Es handelt sich dabei nicht um einen Virus, der den eigenen Computer bedroht, sondern um einen Hoax (englische Bezeichnung für Scherz oder Streich). Solche Falschmeldungen verstopfen die Mailbox, verschwenden Zeit und blockieren sinnlos Mailserver [4]. Deshalb: Niemals solche Mails ohne Recherche weiterleiten. Wessen eMail-Adresse relativ bekannt ist, der erhält eine solche Mail nicht nur einmal. Spätestens nach der achten Aufforderung zur Rettung der Regenwälder verliert manch einer langsam die Lust. Oftmals sind solche Sendungen auch aus Datenschutzgründen bedenklich, wenn alle Empfänger und ihre eMailadressen im Kopf (Header) der Mail oder mitten im Text auftauchen. Grundlegend empfiehlt es sich bei jeder Weiterleitung an eine Gruppe von Menschen, von denen man nicht genau weiss, ob sie sich gegenseitig gut kennen: Stets die Funktion der BCC (der Blind Carbon Copy) nutzen. Dies bedeutet: alle Adressen in diesem Feld sind unsichtbar. Damit trägt man auch seinen Teil dazu bei, die Mitglieder des eigenen Verteilers vor Spam zu schützen. Spam, Speck, Würstchen und Spam [5] Da hat man sich in die schöne neue Welt des Internet begeben, endlich eine eigene eMail-Adresse und nach einige Monaten quillt das Postfach mit Werbung über. Man freut sich auf Nachrichten lieber Menschen und muss sie unter Bergen von vorgeblichen Infos, Falschmeldungen und obszönen Lockangeboten herausfiltern. Wie kommt das? Die werbetreibende Gesellschaft freut sich über das Medium eMail als billigen und bequemen Werbeträger. Viele Dienste im Internet finanzieren sich u.a. mit dem Verkauf von eMail-Adressen, die Nutzer bei ihnen hinterlassen haben (zuweilen auch, obwohl sie behaupten, diese nicht weiterzugeben). Andere Dienste oder Privatpersonen durchforsten Webseiten, Newsgroups und Gästebücher, um dort aufgeführte eMail-Adressen zu sammeln und zu verkaufen. Spätestens dann, wenn man seine Adresse in irgendeine "Rettet-den-Regenwald"-Petition eintragt, ist sie in die freie Wildbahn geraten. Hilfreich ist, zumindest eine Mailadresse zu haben, die man für all diese Dinge benutzt und gefahrlos wieder löschen könnt, und eine, die man nur an gute Freunde vergibt. Aber was, wenn ein guter Freund eine Rundmail verschickt, die Adresse gedankenlos nicht als Blindkopie einfügt und irgendein Glied in der Kette sie missbraucht? Je länger man im Internet unterwegs und je aktiver man ist, desto grösser wird das Aufkommen der sogenannten Spam-Mails, der unverlangt erhaltenen Massensendungen. Manch eine nimmt sie in allumfassender Liebe an. Ein anderer ist schnell mit dem Finger auf der Löschtaste und hat sie in bester buddhistischer Weise gleichzeitig losgelassen. Aber wenn man sich belästigt fühlt, weil dieses Spamming das Postfach verstopft, die Download-Zeiten erhöht, kurz: dieser Müll einen schlichtweg ärgert und man grobstoffliche Wege zur Lösung dieses Problems sucht? Was dann? Die meisten deutschen Gerichte stufen unerwünschte Werbe-eMails als rechtswidrig ein. Allerdings kommt der Rechtweg in der Regel nur für Gewerbetreibende in Betracht. Privatpersonen, die oftmals Kunden eines Freeemail-Dienstes wie web.de oder GMX sind, können dort als erste Massnahme einen Posteingangsschutz aktivieren oder Filterlisten anlegen. Von zwei Maßnahmen rate ich ab: Erstens von dem Eintrag in sogenannte Robinson-Listen, dem Äquivalent zum "Bitte keine Werbung"-Aufkleber am Briefkasten. Denn dies wird von den meisten Spammern ignoriert oder gar als Datenquelle missbraucht. Zweitens sollte man folgender Aufforderung am Ende vieler Spam-Mails eher nicht nachkommen: "Falls Sie keine solchen Angebote mehr wünschen, klicken Sie bitte auf Antworten und setzen Sie das Wort remove in die Betreffzeile." Denn dadurch teilt man dem Spammer nur mit, dass es sich hier um eine gültige und benutzte Adresse handelt und ihr Marktwert steigt. Bei deutschen, kommerziellen Spammern kann man eine Beschwerde bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. [6] online auf den Weg bringen. Noch einfacher ist es bei Spamcop [7]. Entweder nutzt man den dortigen Online-Service oder leitet Spam-Mails direkt nach ihrem Erhalt einfach an
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weiter. Der Verwalter des Servers, über den die Spam verschickt wurde, erhält dann Nachricht und kann gegen den Bösewicht vorgehen.[8] Derzeit empfiehlt sich für Spamgenervte eine Mailadresse bei GMX, da dieser Provider mit Spam-Assassin eine hervorragende Anti-Spam-Software einsetzt. Auch die Mailadressen bei anderen Providern kann mal beibehalten, indem man die Funktion des POP3-Sammeldienstes von GMX nutzt. Links und Quellen [1] http://www.postme.de/postme20.htm [2] http://www.pmail.com/ [3] http://www.eudora.com/ [4] Infos darüber gibt es auf: http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax.html. [5] Der Ursprung des Begriffs liegt in einem Monty-Python-Scetch [6] http://www.wettbewerbszentrale.de [7] http://www.spamcop.net [8] Quelle: Computerzeitung c't Nr. 15/2001, S. 94ff, Online: http://www.heise.de/ct/ [9] http://spamassassin.org/ [10] http://www.thunderbird-mail.de/
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