ODP-Editoren verhöhnen Webmaster?

internSo titelte intern.de am 01.06.05. Sehen wir einmal davon ab, dass in Diskussionen in der Regel sehr sachlich argumentiert und eben kein Webmaster verhöhnt wird. Wobei natürlich der ein oder andere äusserst anmeldefreudige Webmaster mit seinem täglichen Spam und extremen Zugangsbeschränkungen für seine Website (optimiert für Internet Explorer 8.3 mit aktiviertem Java und Active X sowie Monitorauflösung von mindestens Erdumfang) durchaus an den Nerven zerren kann.

 

Wesentlich interessanter ist der Vergleich des ODP mit Wikipedia. Vorneweg: nichts gegen die Wikipedia. Hier ist es in relativ kurzer Zeit gelungen eine wirklich ernstzunehmende Alternative zu etablierten und wesentlich länger existierenden Lexika zu schaffen. Aaaaber: ich selbst erlebe immer wieder, wie Artikel jenseits wissenschaftlich nachprüfbarer Fakten zum einen eher tendenziös dargestellt werden, und zum anderen, dass die Weblinks der Wikipedia aufgrund ihrer Bewertung bei Google missbraucht werden. Und genau hier halte ich – im Gegensatz zu intern.de – die Vorgehensweise des ODP für wesentlich sicherer: niemand darf einfach so editieren, sondern muss sich um eine Kategorie bewerben. Und dazu muss er mindestens drei gute Links und eigene Gründe darlegen. Dies bewahrt vielleicht nicht immer vor Webmastern, die das ODP missbrauchen wollen. Aber es bietet eine gewisse Einstiegshürde und aufgrund der Kontrollfunktion durch übergeordnete Editoren ist die Chance relativ hoch, dass Missbrauch schnell enttarnt wird.

Eine größere Öffnung des ODP, wie von intern.de vorgeschlagen, wäre der Untergang. Denn um nichts geht es Webmastern und Linkfarmern mehr als um Hyperlinks. Nicht umsonst werden gerade hier bei Wikipedia diverse Kleinkriege veranstaltet. Aber was die Wikipedia verkraften mag, weil es primär um Content und nicht um Links geht, würde sich beim ODP zu einer unglaublichen Kontrollmaßnahme für die beteiligten Editoren auswachsen. Und letztendlich dazu führen, dass diese nicht mehr zur eigentlichen Arbeit kommen und die Sache hinwerfen. Nein, lasst das ODP in diesen Strukturen, sie haben sich bewährt. Und vielleicht lässt Google dem ODP irgendwann wieder die Relevanz zukommen, die es hat. Zumal intern.de auch hier nicht wirklich korrekt informiert: sowohl bei google.de als auch google.com ist das Verzeichnis weiterhin direkt über die Startseite erreichbar. Wenn auch nur in dem Fall, dass man Google deutsch- statt englischsprachig nutzt.

Aber vielleicht ist das eher eine Aussage über die Qualität des deutschsprachigen ODP…

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