1.3.3 Metadaten in Bilddateien

Besonders
Fotos, die mit Digitalkameras gemacht und im JPEG-Format gespeichert
werden, können Metadaten enthalten. Diese werden als so genannte
Exif-Dateien gespeichert. Darin enthalten sind unter anderem
Informationen wie Kameratyp, Aufnahmedatum, Brennweite und
Belichtungszeit, sowie andere Informationen die aber auf den ersten
Blick nur für professionelle Fotografen interessant zu sein
scheinen.

Ich habe
mir mal willkürlich ein Beispielbild aus dem Internet besorgt um
zu zeigen, was so alles in einem Digitalfoto (von zwei Katzen)
versteckt sein kann. Wie gesagt das dürfte recht uninteressant
sein, zeigt aber mal die Menge an Daten:

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Hersteller: FUJIFILM |
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Modell: FinePix1500 |
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Copyright: |
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Änderungsdatum: Samstag, 22. April 2000 2 |
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Orientierung: Top / left side |
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X-Auflösung: 72/1 |
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Y-Auflösung: 72/1 |
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Auflösungseinheit: Inch |
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Firmware Version: Digital Camera FinePix1500 Ver1.00 |
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YCbCr-Positionierung: 2 |
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Aufnahmedatum: Samstag, 22. April 2000 22:35:28 |
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Digitalisierungsdatum: Samstag, 22. April 2000 22:35:28 |
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Belichtungsprogramm: Normal |
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Exposure Bias [EV]: 0,0 |
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F-Nummer: F2,6 |
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Brennweite [mm]: 6,6 |
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ISO-Wert: 125 |
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Verschlusszeit [s]: 1/97 |
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Blende: F2,6 |
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Max. Blende: F2,6 |
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Blitz: Fired |
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Messmethode: Multi-segment |
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Helligkeit: 0,70 |
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Farbraum: sRGB |
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Sensing Method: One-chip color area sensor |
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Dateiquelle: DSC |
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Szenentyp: |
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Bildbreite: 640 |
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Bildhöhe: 480 |
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Komponentenkonf.: YCbCr |
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Durchschn. Kompression: 2/1 |
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Focal Plane X Resolution: 1087/1 |
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Focal Plane Y Resolution: 1087/1 |
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Focal Plane Res. Unit: 3 |
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EXIF-Version: 0210 |
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FlashPix Version: 0100 |
|
Kompression: 6 |
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X-Auflösung: 480/1 |
|
Y-Auflösung: 480/1 |
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Auflösungseinheit: Centimeter |
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Jpeg-Offset: 826 |
|
Jpeg-Grösse: 3817 |
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Index: R98 |
|
Version: 0100 |

Jetzt
stellt sich natürlich die Frage: Warum sind diese Metadaten
denn nun so sensibel?

Es wird
unter anderem das Vorschaubild abgespeichert, wie es VOR der
Bearbeitung war. Ist etwa ein Portrait zwecks Veröffentlichung
im Internet aus einem größeren Foto am PC "ausgeschnitten"
worden (sei es ein Gruppenbild oder ein freizügigeres Bild),
dann ist unter Umständen in der Bildvorschau (die in der Datei
enthalten ist) noch das original Gesamtbild zu sehen.

Das
gleiche gilt natürlich auch für
Unkenntlichmachung/Verfremdung des Gesichts (etwa durch den berühmten
"schwarzen Balken" über den Augen). Bei einem
Digitalbild im Format *.jpg, könnte somit im gespeicherten
Vorschaubild durchaus noch das vollständige Gesicht zu sehen
sein (was das etwa für anonyme Informanten von Journalisten oder
verdeckte Ermittler bedeuten könnte, dürfte jedem klar
sein).

Zuguterletzt
enthalten einige Bilder sogar noch zusätzlich GPS-Daten, dass
heißt, man könnte genau feststellen, wo dieses Bild
aufgenommen wurde (dies soll besonders bei Foto-Handys mit
aktiviertem GPS der Fall sein).

Sichere
Bilddateien – Was kann man tun?

Auch
hier ist die einfachste Lösung ein kleines Programm, in diesem
Fall nennt es sich Exifer
(http://www.exifer.friedemann.info/). Man kann es kostenlos von der
deutsch/englischsprachigen Website
herunterladen, stört allerdings bei jedem Start mit einer
Registrierungsaufforderung. Unter Linux bietet etwa Digikam
(Website http://www.digikam.org/) Funktionen zum editieren von
Exif-Dateien

Darüber
hinaus löst ein Satz wie "Dein Urlaubsfoto wurde mit einer
Canon PowerShot A610 aufgenommen – nicht wahr?" nicht nur
Staunen aus, sondern bietet (neben dem amüsanten
Verblüffungsfaktor 😉 ) auch einen guten Einstieg um
Bekannte und Freunde für das Thema Datenschutz
zu sensibilisieren.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Bei der Bildbearbeitungssoftware "Gimp" (Open Source) hat man die Möglichkeit, nach dem Bearbeiten, beispielsweise der Verkleinerung, beim Abspeichern der Bilddatei die EXIF-Daten löschen zu lassen.
    Ähnliches bietet auch beispielsweise IrfanView.
    Somit sind obige Probleme nicht mehr gegeben.

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