2.1 Datenschutz im Netz – E-Mail – stille Post die Bände spricht

Statistisch gesehen ist die email immer noch das beliebteste Kommunikationsmittel im Internet. Dementsprechend vielseitig sind natürlich auch die Risiken von denen die bekanntesten sicher so genannte Viren und Würmer sind. Die Zeiten in denen Viren nur dem fragwürdigen „Spaß“ dienten Rechner weitgehend unbrauchbar zu machen und Nutzer zu erschrecken sind jedoch längst vorbei.

Mittlerweile richten sich Schädlinge im emails hauptsächlich gegen zwei Ziele.

Zum einen an den Einzelplatzrechner an sich – etwa um ihn zum Teil eines Botnetzwerkes zu machen, oder zur Spamversendung zu nutzen (was rechtliche Konsequenzen für den ahnungslosen Benutzer haben kann)

Zum anderen direkt gegen die Privatsphäre des Nutzers, indem versucht wird, an sensible Daten wie Passwörter für Online-Banking oder email-Accounts zu gelangen.

Doch eben diese Privatsphäre ist nicht mehr allein durch Würmer & Co gefährdet (gegen die man sich schon mit gesundem Menschenverstand schützen kann), sondern gerät auch immer weiter ins Visier von Staatsanwaltschaft, Geheimdiensten und dem viel zitierten „Anti-Terror-Maßnahmen“ (längst schon sollte der Begriff „Terrorismus“ als Unwort des Jahres gelten). In Anbetracht all dieser Umstände, stellt sich für den Nutzer der Maildienste die berechtigte Frage:

Wie steht es um die Privatsphäre der email?

Wer glaubt, die Überwachung von Mails finde entweder nur in den Köpfen irgendwelcher

Spinner, oder nur im kommunistischen China statt, der irrt sich gewaltig: Seit dem ersten

Januar 2005 gilt die neue Telekommunikation-Überwachungsverordnung (TKÜV).

Durch sie sind alle Anbieter von digitalen Kommunikationsdiensten dazu gezwungen, Abhörschnittstellen, etwa zur Überwachung des email-Versandes für Verfassungsschutz & Co einzurichten und demzufolge haben das auch praktisch alle getan.

Einen besonderen Status wenn es um Vertraulichkeit der elektronischen Post geht, nimmt in diesem Fall ein spezieller Maildienst ein:

Gmail

Googlemail (Gmail), der Email-Dienst der Suchmaschine Google ist für seinen hervorragenden Spamfilter bekannt. Daher lassen sich online auch Anleitungen finden , wie man seine elektronische Post erst über das Gmail-Konto eines eigens zu diesem Zweck eingerichteten Accounts laufen lässt, bevor es die Mails an der Standardadresse abliefert, wobei eine große Menge Spam heraus gefiltert wird.

Nun ist die Frage berechtigt, wie Gmail so gute Filterergebnisse und Spamerkennungsraten erreicht, während bei anderen Anbietern weitaus mehr Spam das Postfach erreicht.

Die Antwort auf diese Frage ist einfach:

Gmail liest die eingehenden Mails.

Während die Spamüberprüfung anderer Emailanbieter lediglich die Betreffzeile (den Header) auf verdächtige Begriffe wie „ViAgRa“ testet und die Absenderadresse mit Listen von bekannten Spamservern (Blacklists) vergleicht, geht Gmail noch einen deutlichen Schritt weiter, indem es die Mail „öffnet“, und auf Inhalte die auf Spam schließen lassen abscannt, bevor die Mail schließlich an den Empfänger weitergesendet wird.

Sicheres E-mailen – Was kann man tun?

Bisher sind „nur“ Anbieter mit mehr als 1000 direkten Kunden dazu verpflichtet, diese Lauscheinrichtung für den Staat einzurichten. Solange diese Verordnung in der vorliegenden Form bleibt, ist also die einfachste Methode sich weniger überwachen zu lassen, kleinere Anbieter zu suchen.

Beispielsweise bieten Foren oft die Möglichkeit sich eine Foren-email-Adresse im Stil von nickname@forenname.de anzulegen. Im Zweifelsfall einfach recht freundlich den Boardadmin fragen. Solange das Forum nicht überlaufen ist, wäre dies zumindest ein relativ einfaches Mittel.

Wer sich lediglich von Spam befreien will und sich nicht um die Überwachung schert, kann es mit Bluebottle Freemail (Website (EN): http://www.bluebottle.com/) einem englischsprachigen Maildienst versuchen.

Eine etwas weiter gehende Möglichkeit wäre, zu einem Anbieter zu wechseln, der Verschlüsselung von Mails ohne Zutun des Benutzers anbietet wie etwa der englischsprachige Anbieter hushmail (EN) (Website (EN): https://www.hushmail.com/).

Eine der effektivsten Möglichkeiten bleibt nach wie vor Mails selber zu verschlüsseln – was durchaus einfacher sein kann, als gedacht – das größte Problem besteht darin, dass die Verschlüsselung nur dann Sinn macht, wenn der Empfänger der Mail diese auch entschlüsseln kann – das heißt, um eine sichere Kommunikation per email zu etablieren, müssen möglichst viele Kontakte ( wie etwa Arbeitskollegen, Bekannte und Freunde) mitmachen.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen dass zudem noch die Möglichkeit besteht, so genannte Remailer zu verwenden. Es würde den Rahmen dieser Anleitung sprengen, genauer auf dieses Thema einzugehen, daher folgt nur eine stark vereinfachte Zusammenfassung.

Im Normalfall enthält die email neben Informationen über den Absender, den Empfänger und die Versandzeit auch noch weitergehende darüber, welche Server die Mail weitergeleitet haben und mit welchem Programm sie versandt wurde. Anhand dieser Informationen ist die Rückverfolgung einer email relativ einfach.

Personen die ein besonderes Interesse an Anonymität haben (z.B. Journalisten) senden daher ihre emails über einen Remailer. Dieser entfernt die oben genannten Informationen aus der email und macht es praktisch unmöglich, den Namen und die email-Adresse des Versenders zu ermitteln.

Soviel sei gesagt über den (Daten-)Schutz der email, im folgenden Abschnitt wenden wir uns einer weiteren populären Kommunikationsform im Internet zu.

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