Planung einer Website für die eigene Einrichtung

Dieses Fortbildungs-Begleitskript mit dem Untertitel "Konzeption –
Technische Grundlagen – Realisierung" war die Basis für eine Fortbildung pädagogischer MitarbeiterInnen der Stadt Neu-Isenburg. Im Anhang findet sich noch die Gliederung zu einem Praxis-Seminar, das einige Monate später stattfand. In der Zwischenzeit sollten die Teilnehmer auf der Basis des theoretischen Teils die gesamte Konzeption geplant haben sowie Texte und Bilder für die praktische Umsetzung mitbringen. Zum Testen stand ein Server von Wolke23 samt FTP-Zugang und Subdomain zur Verfügung. 

Einleitung

Fast
jeder kennt das World Wide Web mittlerweile aus eigener Erfahrung
als zumeist passiver Nutzer, sei es durchs Surfen am Arbeitsplatz
oder am PC zu Hause. Groß geworden ist das Web allerdings
durch seine aktiven Nutzer, durch die Menschen und
Interessengruppen, die es mit Inhalten gefüllt haben.

Dieses
Tutorial soll die Basis dafür legen, von einem passiven zu
einem aktiven, mitgestaltenden Nutzer zu werden, in dem es das
grundlegende Wissen vermittelt, das es braucht, um zur
vielbeschworenen „eigenen Homepage" zu kommen. Dabei richtet
sich das Tutorial in seinen Beispielen und seiner Grundkonzeption
vor allem an Vertreter sozialer Institutionen, die ihre eigene
Einrichtung ins Netz bringen wollen. Auch wenn sich vieles
übertragen lässt, so geht es hier nicht um private
Webseiten oder die hohe Schule der Webentwicklung.

 

Die
eigentliche Umsetzung ist ebenfalls nicht Thema – dieser Workshop
hat mehr den Charakter eines Leitfadens, an Hand dessen alle
Entscheidungen getroffen werden können, die auf dem Weg zur
eigenen Website nötig sind. Um dies möglichst passgenau
vorzunehmen, werden konzeptionelle Überlegungen, technische
Grundlagen sowie die einzelnen Schritte der Realisierung
dargestellt. Eine ausführlichere Erläuterung erfolgt im
Workshop. Zur Vorbereitung darauf empfehle ich die Kapitel 2.2, 3.1,
3.1.1, 4.2 und den Glossar aus dem Tutorial „Einführung in
das Internet"1.

Auf
denjenigen, der sich an einem solchen Projekt versuchen will, warten
einige Chancen:

  • ein Blick hinter die Kulissen des Internets und
    ein tieferes Verständnis für die technischen Zusammenhänge
  • also eine Emanzipation in Sachen World Wide Web
  • die
    Verwirklichung eigener kreativer Ideen und der damit verbundenen
    Erfolgserlebnisse
  • die Förderung fachlicher Qualifikationen
    hinsichtlich Konzeption und Realisierung eines Projektes und
    schliesslich
  • die Erweiterung rein beruflicher Kompetenzen um
    eine Qualifikation, die sich in unserer internet-geprägten Zeit
    positiv im Lebenslauf ausnimmt.

Dabei sollte man von vornherein
eines nicht vergessen: eine Website unterscheidet sich massiv von
einem Printmedium. Bücher erreichen irgendwann im Laufe der
Produktion einen Stand, unter dem sie veröffentlicht werden.
Änderungen sind dann nicht mehr möglich. Gleichzeitig
sieht das Buch bei jedem Leser identisch aus. Webseiten dagegen
können jederzeit verändert werden und sehen beim Surfer
immer wieder anders aus – je nach verwendetem Betriebssystem,
Monitor, Auflösung und Browser. Ein allzu perfektionistisches
und starres Herangehen an dieses Medium führt also unweigerlich
zur Frustration.

Konzeption

Sobald
die Entscheidung ansteht, eine Website für die eigene
Institution ins World Wide Web zu stellen, sollten erst einmal
verschiedene Fragen geklärt werden.

  • Zielgruppe – Wen will ich
    erreichen?

    Der größte Darstellungsfehler einer
    eigenen Website liegt oftmals darin, interne Gegebenheiten 1:1
    abzubilden. Deshalb besteht der erste Schritt darin, sich darüber
    bewusst zu werden, dass die Zielgruppe der Website in der Regel
    NICHT die eigenen MitarbeiterInnen sind, sondern jemand anderes.
    Diese Entscheidung ist die Grundlage dafür, welche
    Informationen gegeben und wie sie präsentiert werden.
    Oftmals
    gibt es natürlich nicht eine, sondern mehrere Zielgruppen, z.B.
    das Klientel ebenso wie MitarbeiterInnen anderer Einrichtungen. Die
    zu Grunde liegende Frage lautet also: „Wie kann ich jemanden, der
    von außen kommt, möglichst klar und effektiv über
    unsere Arbeit informieren?" Diese Frage kann gleichzeitig einen
    Rückkopplungsprozess auf die eigene Arbeit auslösen und
    vielleicht gar eine Überarbeitung interner Strukturen nach sich
    ziehen, die zwar historisch begründet, aber nicht immer
    effektiv sein mögen.
  • Zweck – Was soll die
    Website?

    Die allgemeine Antwort lautet natürlich:
    Information! Die individuelle Antwort geht Hand in Hand mit der
    Antwort auf die Frage nach der Zielgruppe. Und sie beginnt mit der
    Idee, wenn ein Mitarbeiter sagt: „Wir brauchen eine eigene
    Website" und der Frage: „Warum?"
    Mindestziel ist aus
    meiner Sicht, Suchende im WWW die Möglichkeit zu geben, über
    die Existenz der Einrichtung informiert zu werden,
    Kontaktmöglichkeiten zu finden und die Schwerpunkte der Arbeit
    kennen zu lernen. Darüber hinaus bietet die eigene Website auch
    die Chance der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – in Zeiten
    unsicherer Finanzierung eine Notwendigkeit. Immer mehr Journalisten
    suchen sich für Berichte ihre Ansprechpartner mittels Internet.
    Insofern lohnt sich auch eine Rubrik mit Pressespiegel,
    Pressemitteilungen, Erfolgsmeldungen etc.
  • Inhalte
    „Content is
    King" – das ist das Credo des World Wide Web. Menschen kommen
    nicht auf Ihre Website, um sich animierte Bildchen anzuschauen.
    Menschen kommen, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Deshalb
    sollte man in der Konzeptionsphase nach Antworten suchen auf Fragen
    wie: „Welche Texte brauchen wir? Wer verfasst sie? Was existiert
    bereits? Welche Offenheit wird transportiert?"
  • Interaktivität
    Eine
    Bereicherung kann es darstellen, wenn Menschen auf einer Website
    nicht nur in einer passiven Konsumentenrolle stecken, sondern
    miteinander oder dem Betreiber interagieren können. Hier gilt
    es zu entscheiden: „Möchten wir interaktive Elemente wie z.B.
    Gästebuch, Forum oder Chat?" Dies beinhaltet Chancen und
    Risiken. Risiken, weil interaktive Elemente zeitaufwändiger in
    der Pflege sind und missbraucht werden können. Chancen, weil
    beispielsweise ein fester Chattermin das Portfolio einer
    Beratungsstelle um die Dimension eines anonymen Online-Angebotes
    bereichern kann.
  • Internes
    Um keine
    Bauchlandung zu erleben, müssen die internen Gegebenheiten
    aufeinander abgestimmt werden. Eine Frage lautet: „Inwieweit wird
    die Website durch Geschäftsführung, Vorstand und
    Mitarbeiter unterstützt?" Die besten Ideen pädagogischer
    Mitarbeiter nutzen wenig, wenn die Geschäftsführung sie
    nicht unterstützt oder – nach erfolgreichem Start – wieder
    unterbunden wissen will. Ebenso kann es frustrierend sein, auf die
    Selbstdarstellung einer Abteilung zu warten, die sich nicht mit
    einem Online-Angebot identifizieren kann. Klarheit über den
    gemeinsamen Weg ist also hilfreich.
    Eine interessante Frage ist
    auch: „Kann das Medium WWW zur firmeninternen Kommunikation und
    Information beitragen?" Schliesslich kann es passwortgeschützte
    Bereiche nur für Mitarbeiter geben, in denen z.B. die
    Geschäftsführung firmeninterne Informationen einstellt,
    die – bei großer Offenheit – vielleicht gar von
    Mitarbeitern diskutiert und durch konstruktive Vorschläge
    verbessert werden können. Oder es finden sich oft benutzte
    Dokumente in ihrer aktuellsten Version als Vorlagen zum Download
    oder Druck, um Büros schlanker zu gestalten oder von jedem
    internetfähigen Rechner aus Zugriff auf benötigte
    Arbeitsmaterialien zu haben.
  • Projektarbeit
    Für
    Einrichtungen in der sozialen Arbeit kann es sehr interessant sein,
    die eigene Website als Projekt mit dem Klientel zu realisieren. Dies
    bietet viele Vorteile: ein interessantes Projekt für das
    Zielpublikum, das sich hinterher mit dem Produkt – und damit der
    Einrichtung – stärker identifizieren kann. Zudem besteht ein
    Lerneffekt in der aktiven Nutzung eines kreativen Mediums, das z.B.
    bei Jugendlichen sehr angesagt ist. Der Nachteil kann in der
    Dominanz des prozessorientierten Arbeitens über dem
    ergebnisorientierten Vorgehen liegen. Die Frage der kontinuierlichen
    Pflege durch Klientel stellt sowohl ein Problem als auch eine Chance
    dar.
  • Kosten und Zeitaufwand
    Die
    abschließende Frage der Konzeption, die über die Art und
    Weise der Realisierung entscheidet, lautet „Steht ein Budget zur
    Verfügung?" Wenn ja, gilt es, einen Rahmen für laufende
    und einmalige Kosten festzuklopfen. Eine Internetpräsenz lässt
    sich – einen Internet-PC vorausgesetzt – auch ohne weitere
    Kosten realisieren. Um seriös wirken zu können, sollte
    allerdings die Bereitschaft zur Investition eines einstelligen
    Euro-Betrages pro Monat bestehen.
    Ebenso fundamental ist die
    Frage: „Wieviel Arbeitszeit steht zur Einrichtung und Pflege der
    Website zur Verfügung?" Sofern man nicht eine externe Kraft
    beauftragt, ist es unabdingbar, einen Mitarbeiter als
    Hauptverantwortlichen für die Website zu benennen. Und es
    sollte allen klar sein, dass hierfür ein Zeitbudget neben der
    normalen Arbeit zur Verfügung stehen muss.
    Es ist eine
    Illusion zu glauben, eine Website würde einmal erstellt und
    wäre dann fertig. Webseiten sollten gepflegt und aktualisiert
    werden; je umfangreicher und interaktiver, desto größer
    der Aufwand.

Technische
Grundlagen

Wer eine Website betreiben will, sollte
die wichtigsten – in der Regel englischsprachigen – Begriffe
kennen, die sich darum ranken. Und er sollte wissen, was überhaupt
passiert, damit solch eine Seite auf den eigenen Computer kommt, und
welche Programme er wozu benötigt. 

  • Texteditoren und Sprachen
    In
    der Regel werden Webseiten vor Ort auf einem PC erzeugt. Entweder
    mit Hilfe eines Texteditors oder eines WYSIWYG-Editors (What You See
    Is What You Get). Für die Arbeit mit einem Texteditor benötigt
    man Kenntnisse in HTML (HyperText Markup Language), der Sprache, die
    ein Browser lesen kann, damit eine Website auf unserem Bildschirm
    möglichst so erscheint, wie sich das der Mensch vorgestellt
    hat, der sie erzeugt hat. Strenggenommen spricht man nicht von
    „programmieren", da eine einfache Website nur mit HTML auskommt,
    also einer Auszeichnungssprache. Sie definiert, was als Überschrift
    und was als Absatz interpretiert wird und verpackt dazu Bereiche der
    Website in Container.
    Erst für anspruchsvollere Gestaltung
    benötigt man eine Sprache wie CSS (Cascading Style Sheeds), für
    interaktive Gestaltung tatsächliche Programmiersprachen wie
    JavaScript oder PHP sowie für Datenbankanwendungen MySQL. Hier
    gibt es allerdings viele Codeschnipsel oder fertige Programme im
    Internet, die man auch mit wenig Sachkenntnis auf der eigenen
    Website einbauen kann. Rein auf HTML basierende Webseiten nennt man
    auch „statisch", während PHP-Seiten beim Aufruf erst in
    dieser Form auf dem Server erzeugt werden und sich dabei an die
    Bedürfnisse des Surfers anpassen lassen (Sprache, Layout) –
    dies nennt man „dynamisch".
  • Was Du siehst, ist was Du
    kriegst

    Bei der Arbeit mit einem WYSIWYG-Editor (Bsp:
    Dreamweaver, GoLive, Frontpage) benötigt man nicht unbedingt
    HTML-Kenntisse, da man sich dort seine Seite über eine
    Layoutansicht zusammen klicken kann. Eine Einarbeitungszeit ist
    allerdings unabdingbar.
  • Website-Generatoren
    Besonders
    einfach ist die Arbeit mit einem Hompage-Baukasten wie NetObjects
    Fusion (NOF), der von vielen Providern bei der Bestellung umsonst
    drein gegeben wird. Wer mit MS Word umgehen kann (mit dem man
    möglichst keine Webseiten erstellen sollte), dem gelingt es
    sicher, mit NOF eine nett anzusehende Seite mit relativ wenig
    Aufwand zu erzeugen und zu pflegen. Der Nachteil ist die Bindung an
    diesen Editor und seine Möglichkeiten sowie große
    Dateien. Denn solche Website-Generatoren erzeugen erst einmal keinen
    HTML-Code, sondern arbeiten in einem eigenen (proprietären)
    Format. Erst beim Hochladen der Dateien auf den Server werden die
    eigentlichen HTML-Dateien erzeugt.
    Noch einfacher kann man es
    sich machen, wenn man einen Provider sucht, bei dem man sich seine
    Website online zusammen klicken kann. Hier gibt es auch kostenlose
    Angebote, die allerdings nur für persönliche Homepages
    taugen. Große Bezahl-Provider wie 1 & 1 garantieren
    dagegen verlässliche Erreichbarkeit der Seite; der Nachteil
    dieser Lösung besteht allerdings darin, dass es nicht möglich
    ist, den Provider zu wechseln und die Seite mitzunehmen. Zudem hat
    man nur eine beschränkte Layout-Auswahl, so dass die eigene
    Website eventuell genau aussieht wie Tausend andere auch. Also: je
    einfacher der Weg zur eigenen Website, desto weniger Freiheit hat
    man.
  • Content Management
    Systeme

    Besonders zu empfehlen für Einrichtungen sind
    Content Management Systeme (CMS, auf denen in der Regel auch
    Online-Homepage-Baukästen beruhen). Sie werden auch als
    Redaktionssysteme bezeichnet, da sie es mittels einer durchdachten
    Rechteverwaltung erlauben, dass jeder Mitarbeiter einer Einrichtung,
    der dazu die nötige Legitimation hat, bestimmte Teile der
    Website online bearbeiten kann, sei es nur Texte, nur Bilder oder
    nur bestimmte Texte in einem Bereich.Der große Vorteil von
    CMS ist die Trennung von Programmierung, Layout und Inhalt. Letztere
    werden in einer Datenbank abgelegt, und erst beim Aufruf einer Seite
    wird diese erzeugt.
    Manche CMS wie Zope oder Typo3 sind extrem
    mächtig, verlangen aber eine intensive Einarbeitung. Wesentlich
    einfacher ist ein kostenloses CMS wie Mambo2,
    das ebenfalls von einer Internet-Gemeinschaft beständig weiter
    entwickelt wird. Man hat die Auswahl zwischen Dutzenden von Layouts
    (versierte Nutzer können sich auch ein eigenes schaffen) und
    kann interaktive Tools wie Foren oder Gästebücher
    integrieren. Sicher muss man sich auch hier ein wenig einarbeiten
    und mit speziellen Funktionen aus der Serverwelt vertraut machen
    (wie dem Setzen von Benutzerrechten in einem FTP-Programm), findet
    aber viel Unterstützung in Foren. Bei der Entscheidung für
    ein CMS empfiehlt es sich eventuell auch, dieses von einem Profi
    installieren zu lassen und die Pflege nach einer Einweisung selbst
    zu übernehmen. Denn es ist auf jeden Fall nötig, die
    entpackten Dateien per FTP auf den Server zu übertragen,
    Schreibberechtigungen zu setzen und zu installieren, eventuell
    müssen auch die Verbindungseinträge zur (bereits
    angelegten) Datenbank selbst vorgenommen werden. CMS-Systeme
    benötigen in der Regel Webspace mit PHP und MySQL. Ohne
    Datenbank läuft ein einfaches, aber dennoch mächtiges und
    kostenloses CMS wie CMSimple3.
  • Provider
    Provider
    stellen Dienste zur Verfügung, ohne geht es nicht. Man muss
    allerdings unterscheiden: ein Internet-Service-Provider (ISP), wie
    beispielsweise AOL oder T-Online, stellt den Zugang vom eigenen PC
    ins Internet zur Verfügung. Ein Hosting-Provider stellt Platz
    auf seinem Server im Internet zur Verfügung, wo die eigene
    Website auch für andere zu finden ist. Man sollte niemals für
    eine wichtige Website den ISP auch zum Hosten nutzen – denn wenn
    man den ISP wechselt, was öfter einmal vorkommen kann, fällt
    mit der Kündigung des Vertrages eventuell auch die eigene
    Website weg. Diese Regel gilt ebenso für eMail-Adressen –
    hierfür sollte man entweder einen eMail-Provider wie GMX
    benutzen oder die Adressen über die eigene Website
    verwalten.
    Doch wie bringt man die eigene Website vom PC auf
    einen Server? Dies geschieht mittels des File Transfer Protokolls
    (FTP) und eines Programms, das diesen Übertragungsweg nutzt.
    Bei WYSIWYG-Editoren ist diese Funktion oftmals bereits eingebaut.
    Ansonsten gibt es im Web aber einige kostenlose FTP-Programme zum
    freien Download.
  • Weitere Werkzeuge
    Vor
    Ort braucht man natürlich noch mehr. Zum Beispiel ein
    Bildbearbeitungsprogramm, um Grafiken internetgerecht zu bearbeiten.
    Für komplexe Arbeiten muss man ein Programm wie Photoshop,
    Corel Draw etc. käuflich erwerben oder das kostenlose GIMP
    einsetzen. Für einfache Massnahmen (wie Bilder verkleinern und
    Dateigrösse verringern) gibt es allerdings ebenfalls kostenlose
    Möglichkeiten. Und natürlich braucht man einen Browser, um
    seine Website anzuschauen. Standardmässig ist auf jedem
    Windows-System der Internet Explorer (IE) vorhanden, der
    dementsprechend auch von den meisten Surfern benutzt wird. Seine
    Darstellung entspricht allerdings nicht unbedingt den weltweiten
    Standards. Wesentlich exakter sind der kostenlose Mozilla Firefox4
    oder Opera, in denen man die Wiedergabe seiner Website kontrollieren
    sollte.

Realisierung

Die
eigentliche Umsetzung der eigenen Website lässt sich in mehrere
Schritte differenzieren, deren Reihenfolge folgendermaßen
aussehen kann, aber in dieser Folge nicht zwingend ist.

 

  • Providersuche
    Ein
    wichtiger Schritt zur eigenen Webpräsenz ist die Suche nach
    einem geeigneten Provider, bei dem die Website gehostet wird. Hat
    man sich für die Variante eines Online-Layout-Systems (z.B.
    CM4all WebsiteCreator) entschieden, ist es auch der erste Schritt.
    Entscheidende Kriterien sind Verlässlichkeit, Angebot und
    Preis/Leistungsverhältnis des Providers. Hier hilft die
    Angebotssuche der Webhostlist5
    bei der Entscheidungsfindung. Auch die Antwort auf die
    Konzeptions-Frage nach Interaktivität kommt hier ins Spiel: ein
    Massenhoster wie 1 & 1 bietet zwar kleine Preise (in Verbindung
    mit hoher Sicherheit und Erreichbarkeit), sobald aber PHP und MySQL
    gefragt sind – für gute Foren unabdingbar – , wird es teuer
    und ein Provider wie HostEurope wird dann beispielsweise
    interessanter. Von Strato ist auf Grund beständiger Skandale
    oder Probleme abzuraten und Providerwechsel während des
    offiziellen Betriebs der eigenen Website nicht unbedingt eine Quelle
    der Freude.
  • Domainname
    Wie bei jedem
    Kind stellt sich zu Anfang die Frage: „Wie soll es heissen?"6
    Dabei ist auch dem Namen einer Internetpräsenz viel
    Aufmerksamkeit zu widmen, schließlich will man einen
    etablierten Namen nicht irgendwann ändern müssen. Folgende
    Kriterien müssen beachtet werden: Ein Domainname soll treffend,
    aber nicht zu lang sein; Name der Institution, Ort oder
    Hauptgegenstand der Tätigkeit sollten vorkommen. Der Domainname
    bestimmt mit über die Platzierung der eigenen Seite bei der
    Ergebnisausgabe von Suchmaschinen.
  • Für deutschsprachige
    Seiten empfiehlt sich die Topleveldomain (TLD) .de. Ansonsten können
    für kommerzielle Seiten .com gewählt werden, für
    Organisationen oder Netzwerke .org oder .net. Auch .info könnte
    in Frage kommen. Diese TLD‘s bieten auch Ausweichmöglichkeiten,
    falls der gewünschte Domainname unter .de bereits besetzt ist.
    Allerdings sind diese Alternativen oftmals teurer.
  • Die Suche nach
    Provider und Domainname finden sich deshalb hier an erster Stelle,
    damit die gewünschte URL möglichst frühzeitig in
    Besitz genommen werden kann und der Webspace bereits zu Testzwecken
    zur Verfügung steht.
  • Layout
    Sobald es um die
    Realisierung geht, kommt die Frage auf „Wie soll die eigene Site
    aussehen?" Der beste Tipp dazu ist es, durchs Internet zu surfen
    und sich Anregungen zu holen. Die Seiten, die der eigenen
    Vorstellung am nächsten kommen, sollten als Lesezeichen
    hinterlegt, ausgedruckt oder am besten auf der Festplatte
    abgespeichert werden.
    Optimal ist es, wenn bereits grafische
    Elemente wie Logos existieren. Sie bestimmen mit über die
    Farbgebung der gesamten Site – an Hand von Farbwählern können
    gute Komplementärfarben gefunden werden. Fehlt es an einem
    Logo, kann es ein Mitarbeiter mit grafischem Talent analog oder
    digital zeichnen. Eventuell empfiehlt es sich dann auch, eine
    Agentur mit dem Entwurf eines Logos zu beauftragen. Wichtig: alle
    Rechte zur Verwendung des Logos sollten geklärt sein und man
    sollte möglichst niemals eine Werbeagentur mit der Erstellung
    einer Internetpräsenz beauftragen7.
    Sind
    keine Fotos der Einrichtung, typischer Situationen oder der
    Mitarbeiter vorhanden, sollte ein Mitarbeiter mit Digitalkamera und
    gutem Händchen für Motivauswahl losziehen.
  • Struktur
    Basierend auf
    der Konzeption und der geplanten Inhalte wird die Struktur der Site
    entwickelt und die darauf aufbauende Navigation. Dieser Punkt
    entscheidet wesentlich über die Benutzbarkeit einer Seite. Wenn
    die Navigation für einen Aussenstehenden nicht logisch und
    ersichtlich ist, verlässt er die Seite genervt wieder. Punkte
    wie Kontakt/Adresse oder das rechtlich vorgeschriebene Impressum8
    müssen stets gut auffindbar sein. Ein Disclaimer
    (Haftungsausschluss) für Links wie er auf vielen Webseiten zu
    finden ist, ist absolut unnötig. Die Navigation sollte niemals
    auf Java basieren, da diese Funktion bei vielen Surfern aus
    Sicherheitsgründen abgeschaltet ist – was nutzt der tollste
    Effekt, wenn er die Nutzung der Seite verhindert? Möglichst
    barrierefreie Nutzung ist das A und O! Deshalb ist bei einer
    Informationsseite auch ein Verzicht auf Flash angeraten, so schön
    und eindrucksvoll es auch aussehen mag.
  • Textsammlung
    Alle in der
    Konzeption angedachten Texte müssen verfasst und gesammelt
    werden. Wenn im Verein jemand für Presse- und
    Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, wäre diese
    Person ideal für diese Aufgabe. Alle Texte sollten auf
    Korrektheit hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik überprüft
    werden (zur Not mittels Word). Es empfiehlt sich, sie als RTF
    abzuspeichern und die letzte Bearbeitung mit WordPad vorzunehmen
    oder gleich in Word unter Autokorrektur/AutoFormat spezielle
    Formatierungen wie „Gerade Anführungszeichen durch
    typografische ersetzen" zu deaktivieren.
  • Programmierung / Erstellung
    Dieser Punkt wird in einem anderen Script behandelt. Er ist
    zudem abhängig von der Wahl des Programmes, mit dem eine
    Website erstellt wird. Wer einen einfachen und kostenlosen
    WYSIWYG-Editor sucht, dem empfehle ich den Composer9,
    der Teil der Mozilla-Suite ist und derzeit als eigenständige
    Anwendung unter dem Namen NVU entwickelt wird.10

  • Online-Stellung
    Auch
    dieser Punkt ist abhängig von der Wahl des Programmes: Ist ein
    FTP-Programm integriert oder nicht?. Neben diesem technischen Aspekt
    gibt es weitere: Vor der Online-Stellung sollte die Website lokal
    von mehreren Menschen auf Fehler untersucht werden. Alternativ
    empfiehlt es sich, unter www.domainname.de/test/
    einen Testbereich anzulegen, der für die Öffentlichkeit
    nicht zugänglich ist. Schließlich funktionieren interaktive
    Module, die mittels PHP oder vom Provider mittels sogenannter
    CGI-Scripte zur Verfügung gestellt werden, erst einmal nur
    online11.
  • Suchmaschinen
    Was nützt
    die schönste Website, wenn sie nicht gefunden wird? Deshalb ist
    es unabdingbar, sie bei diesen bekannt zu machen. Dienste wie
    webmasterplan bieten eine kostenlose Routine, die die eigene Website
    bei vielen Suchmaschinen anmeldet. Notwendig sind viele davon nicht.
    Branchenführer ist derzeit Google, daneben sollten auch
    Altavista oder Fireball nicht vernachlässigt werden, sowie
    Verzeichnisse wie ODP, web.de und Yahoo.
    Ebenfalls hilfreich ist
    es, wenn bereits von Spidern (Suchmaschinenrobots) indizierte Seiten
    auf die eigene verlinken. Zum einen wird man dann automatisch
    aufgenommen, zum zweiten steigt mit jeder Verlinkung durch eine Site
    die Wertigkeit der eigenen, vor allem wenn es sich – um bei Google
    zu bleiben – um eine Site mit einem hohen PageRank handelt. Dies
    lässt sich durch die Installation der Google-Toolbar im IE
    nachprüfen12.
    Suchmaschinen
    verstehen nur Texte, keine Pixel; ihre Suchergebnisse basieren vor
    allem auf den Worten, die auf einer Website gefunden werden. Deshalb
    ist es wichtig, Informationen nicht in Bildern zu verstecken,
    sondern möglichst viel auf der eigenen Seite durch Texte oder
    durch auf Texten basierenden PDF-Dokumenten zu realisieren.
    Eine
    weitere Rolle spielen sogenannte Schlüsselworte, die bereits
    bei der „Programmierung" einer Seite eingeben werden müssen.
    Da man sie allerdings auch bei oben genannter
    Suchmaschinen-Anmeldung benötigt, sollten man diese Liste auf
    jeden Fall erstellen. Hierzu braucht es ca. 20 bis 50 durch Komma
    getrennte Begriffe, die auf die eigene Website zutreffen, nach
    Priorität geordnet. Unabdingbar sind Name der Institution,
    Ort/Region, Gegenstand der Arbeit und alle Suchbegriffe, die dazu
    passen. Dabei sollte man möglichst wenig zusammengesetzte Worte
    verwenden, also z.B. „Arbeit, Vermittlung" statt
    „Arbeitsvermittlung" – oder im Zweifelsfall bzw. bei
    eindeutiger Arbeitsbezeichnung beide Varianten wie z.B. „Jugend,
    Beruf, Hilfe, Jugendberufshilfe". 

Zum
Autor
1980 Beginn des Programmierens mit BASIC, PASCAL
und ELAN. Informatikstudium 1989/90, Dipl.-Sozialpädagoge seit
1994. Ausbildung zum Multimedia-Entwickler 1999/2000 bei Fa. CDI,
Frankfurt Main. Projektleiter für Internet/Multimedia
2000/2002. Editor beim Open
Directory Project
(Google Directory, seit 2001). Profiseller für
Fa. 1&1
Puretec
. Initiator, Projektleiter und Mitarbeiter bei Open
Content Projekten (Wege.org,
Internet Tutorial etc) und Open Source Projekten (Sourceforge,
Modder/Übersetzer bei phpbb,
Developer bei MyThreads
etc.). ECDL 2002. Linux
Server Fortbildung
bei INBAS
2002/2003. Nebenberufliche Webentwicklung seit 2000, eigenes Hosting
seit 2004. 

Quellen

1 Siehe unter https://www.wolke23.de/tutorials/einfuehrung-internet/

2
Download unter http://www.mamboserver.com/
– Empfehlung der c’t-Redaktion, Ausgabe 7/2004

3
Siehe http://www.cmsimple.dk/de/ – Empfehlung der Redaktion der Internet Professionell, Ausgabe Juli
2004

4
Download unter http://firebird-browser.de/

5
Siehe http://www.webhostlist.de/

6
Ob ein de-Domainname noch frei ist, lässt sich am besten auf
der Startseite der deutschen Registrierungsstelle für
Domainnamen nachprüfen unter http://www.denic.de/de/

7
Zur Begründung siehe http://www.woodshed.de/werbeagenturen/

8
Hilfe zur Erstellung via
http://www.digi-info.de/de/netlaw/webimpressum/index.php

9
Download der kompletten Mozilla-Suite via
http://germaninstaller.sourceforge.net/
– Tutorial zum Umgang unter
http://publicus.culture.hu-berlin.de/tutorium/tutorial/composer.html
– NVU unter http://www.nvu.com/download.html

10
Tipps zum Erstellen von Webseiten finden sich im Tutorial selfHTML
(siehe http://www.teamone.de/projekte/selfhtml.htm)
und bei http://www.ideenreich.com

11
Ausnahme im ersten Fall: Man baut sich auf dem Windows-PC eine
Serverumgebung mittels eines Programmes wie XAMPP nach.

12Download
unter http://toolbar.google.com/intl/de/
– wirkt praktischerweise auch gleichzeitig als Pop-Up Blocker.

Anhang

Fortbildungsinhalte Praxisblock Webdesign
01.10.04:

  • Einführung in den
    WYSIWYG-Editor NVU
  • Grundlagen HTML
  • Erstellung eigener Seiten an Hand
    der mitgebrachten Vorlagen und Konzepte
  • Vermittlung relevanter
    NVU-Funktionen an Hand des eigenen Projektes
  • Scan und internettaugliche
    Bildbearbeitung mittels IrfanView
  • Grundlagen von FTP und Upload
    eigener Seiten ins Netz mittels FileZilla
  • Weitestgehende Realisierung der
    Seiten bzw. Schaffung der Voraussetzung für eigenständige
    Weiterentwicklung
  • Einführung CSS

Zu installierende Programme:

Dieses Tutorial von Wolke23 wird unter einer Creative Commons Lizenz
veröffentlicht. Es darf vervielfältigt, verbreitet und bearbeitet
werden – die Bedingung dazu ist die Nennung des Autors und ein Link zu www.wolke23.de.

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