WordPress Artikel automatisiert twittern inkl. URL-Shortener

Man schreibt einen neuen Blogartikel und schon erscheint er automatisiert im entsprechenden Twitter-Account. Eine feine Sache. Dies ging bislang recht einfach mit Twitoaster. Leider wurde dieses Projekt am vergangenen Sonntag eingestellt. Dem Programmierer fehlte die Zeit, das Plugin an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Gerade die OAuth Authentifizierung bei Twitter ist knifflig. Doch glücklicherweise gibt es funktionierende Lösungen.

WP to Twitter

Als Lösung habe ich mir das Plugin „WP to Twitter“ herausgesucht, da es derzeit mit die besten Bewertungen unter den entsprechenden Plugins hat. Und es zeigt sich, dass es neben den aktuellen Funktionalitäten auch viele andere Verbesserungen im Umgang mit Twitter mit sich bringt im Vergleich zu Twitoaster. Über die Seite des Entwicklers finden sich Download und Infos.  Hochladen, aktivieren, dann geht die Konfiguation los. Hier könnten einige WordPress-Anfänger scheitern, da es nicht mehr so easy ist wie früher. Doch das meiste ist im Plugin gut erklärt (auf englisch):

Man muss sich auf der Twitter Application Page registrieren als eigene Anwendung. Erscheint auf den ersten Blick kniffliger als es ist. Man gibt zuerst „Consumer Key“ und „Consumer Secret“ ein, nach einem weiteren Klick erhält man „Access Token“ und „Access Token Secret“. Speichern. Im Erfolgsfall erscheint nun die Meldung „WP to Twitter is now connected with Twitter.“

Als nächstes die Basiseinstellungen. Hier nutze ich nur „Aktualisieren wenn ein neuer Eintrag veröffentlicht wird“. Da ich Blogartikel auch nach der Publikation öfter mal nacharbeite, will ich meine Follower nicht stressen mit „Aktualisieren wenn ein neuer Eintrag aktualisiert wird“. Wenn man nur wenige, aber essentielle Edits durchführt, kann das natürlich sinnvoll sein. Die nächsten beiden Einstellungen beziehen sich auf Pages. Super, wenn man WordPress eher als Content Management System nutzt. Ich empfehle, die Texte auf jeden Fall zu individualieren.

URL-Shortener

Aufgrund der beschränkten Zeichenanzahl bei Twitter sollte man einen Shortener benutzen. Hier gibt es jedoch seit längerem folgende Probleme:

  • bit.ly: Hier warne ich bereits seit vielen Wochen, dass der Dienst jederzeit abgeschaltet werden kann. ly steht für Lybien und was dort derzeit los ist, weiß jeder. Aber bereits zuvor gab es Hinweise, dass es Regimes mißfallen könnte, auf was Shortener so alles verweisen (nackte Tatsachen, unliebsame Meinungen). Dummerweise der Standarddienst von Twitter mit schönen Features. Einmal abgeschaltet und alle gekürzten Links auf deine Seite sind futsch.
  • toast.tw: Den brachte Twitoaster mit. Taiwan erschien mir problemlos, aber einige meiner Follower beschwerten sich, dass die Weiterleitung zeitweise aussetzen würde. Ganz dumm, wenn man seine Follower mit einem neuen Artikel beglückt hat.
  • Cli.gs: Bietet WP to Twitter als zweites an. Hab ich deswegen genommen. Leider funktionierte es nicht: „Anfrage an den URL Kürzer fehlgeschlagen! Wir konnten die URL nicht kürzen und haben deshalb die normale URL in den Tweet eingefügt. Überprüfe beim Anbieter ob Probleme bekannt sind.“ Also auch hier Probleme. Ach ja, .gs ist die TLD von „Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln“. Öhmm, ja.

Dem Entwickler ist das Problem grundsätzlich bekannt und die aktuelle Priorität bei WP to Twitter ist die Integration weiterer URL-Shortener. Jedem Interessenten empfehle ich, auf Crowdfunding eine Spende für den gewünschten Shortener abzugeben. Ich fände beispielsweise den Support von goo.gl ganz sexy. Searchengineland empfiehlt auch j.mp.

Eigenen Shortener nutzen

Die beste Lösung in meinen Augen: Nutze deinen eigenen Shortener! Kann man immer gebrauchen und ist vergleichweise sicher. WP to Twitter bietet die Integration von YOURLS an. Wer diese Software noch nicht benutzt: Such dir eine schöne, kurze Domain in stabilem Umfeld aus. Mein Shortener läuft beispielsweise unter w23.it (nur für eigene Zwecke). IT fand ich schön passend, weil es auch als Abkürzung für Informationstechnologie steht (in der Hoffnung, dass Italien trotz Berlusconi stabil bleibt) und W23 ist die Abkürzung des Namens meiner Firma. Dann Webspace, YOURLS installieren und konfigurieren, API findet sich unter Admin Interface > Tools. Braucht man aber nicht reingucken, die Angabe links bei „URI to the YOURLS API“ braucht man nur auf seine Domain anzupassen, Benutzername und Passwort eingeben und fertig ist die Laube. Wenn man den Shortener für mehrere Blogs nutzt, könnte es sinnvoll sein „Use Post ID for YOURLS url slug“ zu deaktivieren. Das teste ich grade…

Die einzige Einstellung von WP to Twitter, die ich dann noch verwende, ist „Verwende Tags als Hashtags in Tweets“. Hab es mal auf 5 Tags eingegrenzt und deren Länge auf 10 Zeichen. Auch hier teste ich das erst einmal durch.

Fazit

Ich finde das Ganze eine schöne Lösung, vor allem für Blogger mit mehreren Blogs. Nachteil ist, dass man sich mit diesem Problem ein zusätzliches Sicherheitsrisiko in sein Blog holt, wo ein oder in der Regel zwei Zugangsdaten gespeichert sind. Wobei das Passwort des Twitter Accounts nicht benötigt wird, auch bei den Drittanbietern nur der API-Key nötig ist und das Passwort des eigenen Shortenes nur in der Datenbank (verschlüsselt?) gespeichert wird.

Wer nur ab und an mal ein Posting absetzt, für den lohnt sich der Aufwand nicht. Dito für Liebhaber ganz individueller Twits (wobei man dies bei jedem Artikel auch individualisieren kann). Wer wie ich mehrere Blogs mit einem einzigen Twitter-Account und über denselben Shortener promotet, hat die Kiste in einer halben Stunde eingerichtet und spart sich künftig eine Menge Handarbeit. Und für Freunde automatisierter Workflows (wenn Artikel komplett eigenständig in WP reinlaufen) ist es natürlich ein Muss.

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

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  2. Meine persönliche Meinung zu Cli.gs: Seit dem der Programmierer das Projekt aufgegeben hat und es Mister Wong übernommen hat, läuft da nichts mehr. Ich fand es früher eine super Sache. Die andauernden Ausfälle, Probleme beim Login usw. haben mich dann zum Wechsel zu bit.ly bewegt (auch nicht gut, ich weiß ;).

  3. Ich habe „WP to Twitter“ für einige Projekte eingesetzt und bin damals ganz gut damit gefahren. Als URL-Shortener habe ich bit.ly genutzt. Mittlerweile habe ich meine Twitter-Aktivitäten jedoch auf ein Minimum eingeschränkt und setzte nur noch sporadisch Tweets ab. Es scheint mir, als wäre diese Form der gezielten Nutzung effektiver als ständig aus allen Rohren zu schießen.

  4. coole sache!! habe mir nun auch WordPress to Twitter geholt, ist super praktisch dass man WordPress Artikel automatisch twittern kann, erleichtert die Arbeit
    LG Bernd

  5. Hey,
    Ich hab das Plugin „WP to Twitter“ noch nicht genutzt sondern veröffentliche meine Posts über das Tool von SocialOomph. Und nutze auch den Link-Shortener bit.ly – damit bin ich echt zufrieden.
    Werde mir das Plugin mal anschauen, vielleicht wäre das ja auch was für mich.
    Danke für den Artikel.

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