3.2 Extra 2: Der Meisterspion – Google und seine Dienste

Praktisch
ein ganzes Buch wert sind die Verletzungen der Privatsphäre
durch den Suchmaschinen-Giganten Google, daher ist dieser Teil
besonders umfangreich geworden. Trotzdem wurde versucht, das Material
auf die nötigsten Informationen zu beschränken.
Empfehlenswert ist es auch auch einen Blick auf den Beitrag zu
Googles Emailservice Gmail zu werfen.

Google
– Die Suchmaschine

Praktisch
jeder Internetbenutzer hat schon einmal "gegoogelt",
tatsächlich wird die Suchmaschine wahrscheinlich häufiger
aufgerufen als irgendeine andere Webseite sonst. Statistisch führen
75% aller Verweise/Weiterleitungen zu Google (Stand 2005)

Das
verwundert auch nicht weiter, wenn man weiß, wie klein das
Angebot an Suchmaschinen ist. Letztlich wurden viele andere
Suchmaschinen (wie etwa Alltheweb oder AltaVista) von den "drei
Großen" geschluckt – Google, Yahoo, und
Microsoft. Somit hat Google eine ausgezeichnete Position auf
dem Markt

Google
– Die Finanzkraft

Neben
der bekannten Suchmaschine gleichen Namens, bietet Google
mittlerweile auch viele andere Dienstleistungen an. Dazu gehört
unter anderem seit Oktober 2006 auch das Video-Portal Youtube.

Manche
von Googles Versuchen auf anderen Gebieten Fuß zu fassen
erwiesen sich als Flop. Die Online-Produktsuche Froogle kennt man
vielleicht dem Namen nach, der Google Messenger war gegen den MSN
chancenlos und die Google-Kontaktbörse orkut kam nur in
die Schlagzeilen, als sie zur Abwicklung von Drogengeschäften
von sich reden machte.

Dank der
Einnahmen in Milliardenhöhe kann sich Google diese kreativen
Patzer jedoch problemlos leisten. Andere "Dienstleistungen"
von Google sind weniger bekannt, tragen aber immens zu den Einnahmen
bei.

Google
– Die Bedrohung

Die
Ausrichtung des Unternehmens ist vom Prinzip her so simpel wie sie
gleichzeitig katastrophal für die Nutzer ist. Sie besagt "Weil
ich alles suche, muss ich alles wissen – auch über meine Nutzer"

Wer,
wann, was von wo aus sucht, alles von Interesse für Google. Und
tatsächlich sammeln sie diese Informationen auch. Google
identifiziert jeden einzelnen Nutzer über seine Google
Cookie-ID, erfasst die IP des Nutzers, Datum und Zeitpunkt der
Anfrage, die Suchbegriffe und sogar die Einstellung des Browsers.

Mittlerweile
ist es fast unmöglich Google Servern aus dem Weg zu gehen, so
wurde etwa der Blog-Anbieter blogger.com im Jahr 2000 übernommen
– Google ist also praktisch überall und schon diese
allumfassende Anwesenheit stellt eine Bedrohung dar.

Google
Desktop Search

Bei
Verwendung der "Google Desktop Search" wird Beispielsweise
der Suchindex, das heißt, die Informationen über alle
Dokumente zur "effektiveren Indizierung" auf die
entsprechenden Google-Server in den USA übertragen.

Da in
den USA die Bestimmungen zum Zugriff auf Server seitens von
Regierungsinstanzen (wie etwa Geheimdiensten) weitaus liberaler sind,
als die Bestimmungen die für den Zugriff auf private
Einzelplatz-PCs gelten, kann sich jeder vorstellen, welche möglichen
Konsequenzen dies für die "Strafverfolgung" haben
kann.

Google
und Firefox

Bereits
ein alter Hut ist die Google Toolbar in Mozilla Firefox und
für viele Nutzer einfach nur praktisch. Unter Internetnutzern
gibt es seit Jahren Diskussionen darüber, ob Google nun mit
seiner Toolbar spioniert oder nicht, mittlerweile scheint es jedoch
erwiesen, dass dem so ist. Ebenso wie in der "großen"
Version, loggt auch hier Google alles mit, was es kriegen kann.

Darüberhinaus
warnte die die Electronic Frontier Foundation (EFF) bereits im
Februar 2006 vor dem Gebrauch der Toolbar, da diese es Hackern
leichter macht Zugriff auf Daten zu erhalten.

Einer
der neuesten Geniestreiche zur Überwachung ist dem Unternehmen
mit dem Angebot des Google Phishing-Schutzes in der Version
Firefox 2.0 gelungen. Stimmt man dem Angebot zu, werden alle
angesurften Seiten von Google darauf geprüft, ob sie Elemente
enthalten, die für Phishing -Seiten typisch sind. Klingt sehr
Service-orientiert hat jedoch einen riesigen Haken. Google erhält
alle Protokolldaten die mit der Abfrage zusammenhängen,
verknüpft diese Daten aber (angeblich) nicht mit anderen
Benutzerdaten. Sollte allerdings die an Google gesendete URL der
Webseite persönliche Informationen enthalten……

Googles
unendliche Datensammelwut nutzt allerdings nicht nur dem Konzern.
Mittlerweile können unbedacht
ins Netz gesetzte Informationen sogar die berufliche Karriere
gefährden
. Das ergibt sich ganz einfach dadurch, das
mittlerweile viele potentielle Arbeitgeber sich erst einmal online
über ihre Bewerber
informieren – dazu reicht es oft schon bei Google nach dem vollen
Namen der Person zu suchen.
Finden sich dabei Inhalte wie veraltete ungepflegte Homepages mit
lächerlichen "Spaß-Bildern" (etwa von Partys)
oder die Mitgliedschaft in einem politischen Internetforum, kann dies
die Bewerbungschancen durchaus drücken.

Wer sich
weitergehend mit dem Google-Imperium beschäftigen möchte,
dem empfehle ich das folgende englischsprachige Video, das auf der
Webseite auch zum Download für den Quick Time Player, den
Windows Media Player, Playstation Portable und den iPod zur Verfügung
steht:

Master
Plan – About the Power of Google (EN)

http://masterplanthemovie.com/

Suchmaschine
Google spioniert – was kann man tun?

Natürlich
ist die naheliegendste Maßnahme gegen die Verletzung des
Datenschutzes durch Google, die Benutzung einer anderen Suchmaschine.
Diese Lösung wird aber selten gewählt, da der Benutzer an
das Google-Layout gewohnt ist und man darüber hinaus eine der
anderen beiden Monopolisten wählen müsste.

Es gibt
allerdings einige Maßnahmen welche die Überwachung durch
Google senken können.

Berühmt-berüchtigt
sind Googles Cookies, daher empfiehlt es sich, diese permanent
zu blocken.

In
Firefox 2.0 bedeutet dies unter "Einstellungen" den Punkt
"Datenschutz" zu wählen und unter "Cookies"
die "Ausnahmen" anzuklicken. Hier setzt man folgende Seiten
auf "blocken":


google-analytics.com

googlesyndication.com

alexa.com

und am
besten auch gleich


google.com

google.de

Dies
führt zwar dazu, dass man bestimmte Google-Dienste wie etwa die
personalisierte Suche nicht mehr nutzen kann – aber für seine
Privatsphäre muss man eben Opfer bringen.

Wer noch
radikaler gegen Google vorgehen will, kann als "Notlösung"
zur Suche nach Webseiten auch Scroogle verwenden ( (EN)
http://www.scroogle.org/scrapde8.html).

Die
Anbieter dieses Dienstes beschreiben die Funktion wie eine Art
Filter: Die Suchanfrage an Google wird über den Server von
Scroogle geleitet. Google erkennt Scroogle als Anfragenden und
speichert IP/Suchbegriff/Datum und Zeit von Scroogle anstelle der des
Benutzers. Scroogle leitet dann die Antworten auf die Suchanfrage an
den Benutzer weiter und löscht Googles Cookie. Die so
entstandenen Log-Dateien werden dann innerhalb von 7 Tagen gelöscht.

Andere
andere Möglichkeit sich doch von der Bindung an eine einzige
Suchmaschine zu befreien, wäre die Verwendung von Metacrawlern.
Diese Metasuchmaschinen beziehen die Antworten von mehreren
Suchmaschinen gleichzeitig – was sie etwas langsamer als normale
Suchmaschinen macht, dafür aber auch viel Werbung und unsinnige
Seiten aussortiert.

Eine der
gebräuchlichsten deutschsprachigen Metasuchmaschinen ist
metager2

( (DE)
http://www.metager2.de/)

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